Sustainable Economy, oder wie wir als Konsumenten die Wirtschaft nachhaltig formen
Wirtschaft neu denken – Wohlstand innerhalb der planetaren Grenzen
Wachstum um jeden Preis – das war das jahrzehntelange Credo der traditionellen Wirtschaft. Dass dieses Modell in einer Welt mit endlichen Ressourcen in eine Sackgasse führt, spüren wir immer deutlicher. Die Lösung liegt in einem Modell, das Wirtschaftlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit reibungslos miteinander vereint: der Green Economy.
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Da das Wort „Green“ uns aber schnell wieder in eine rein ökologische Nische drängt, spreche ich lieber von einer Sustainable Economy (einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Wirtschaft). Es geht eben nicht nur um Bäume, sondern um ein stabiles Gesamtsystem.
Die 5 Säulen einer zukunftsfähigen Wirtschaft
Eine echte Sustainable Economy basiert auf klaren Leitprinzipien, die auch für Unternehmen den Rahmen vorgeben:
- Effizienz: Ressourcen und Energie werden so sparsam wie möglich eingesetzt, um Kosten und Umweltbelastungen gleichermaßen zu senken.
- Konsistenz (Cradle to Cradle): Produkte werden so designt, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus komplett in biologische oder technische Kreisläufe zurückfließen. Abfall wird zum Rohstoff.
- Suffizienz: Ein bewusster Umgang mit Rohstoffen und die gezielte Reduzierung des Verbrauchs, wo immer es geht. Wobei schon klar ist, dass der Verzicht auf immer mehr Produktion wohl die größte Hürde für Unternehmen ist.
- Gerechtigkeit: Faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und weltweite Geschäftspraktiken, die Menschenrechte achten.
- Partizipation: Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft arbeiten Hand in Hand.
Die Macht der Konsumenten – du bist der Auftraggeber!
Das klingt im ersten Moment nach großer Weltpolitik und komplizierter Ökonomie. Aber lass dich davon nicht verunsichern! Die Wirtschaft produziert nur das, was am Markt nachgefragt wird. Als Konsumenten halten wir durch unsere täglichen Kaufentscheidungen den mächtigsten Hebel in den Händen.
Wenn viele Menschen in ihrem Konsumverhalten auch nur kleine Veränderungen vornehmen, senden wir ein unmissverständliches Signal an die Chefetagen der Konzerne.
So kurbelst du die Sustainable Economy im Alltag an
- Nachhaltiger Konsum am Teller und im Kleiderschrank: Kaufe bevorzugt regionale sowie saisonale Lebensmittel und achte auf verlässliche Bio- oder Fairtrade-Siegel. Ein genialer Trick für Kleidung: Kaufe antizyklisch (z.B. den Wintermantel im Frühjahr). Das schont deinen Geldbeutel, bremst die Überproduktion und verhindert saisonale Müllberge.
- Lebensmittel wertschätzen: Plane deine Einkäufe clever. Wer Lebensmittelverschwendung vermeidet, sorgt indirekt dafür, dass die gängige Überproduktion in der Landwirtschaft zurückgefahren wird.
- Lass dein Geld nachhaltig arbeiten: Wo liegt dein Erspartes? Ein Wechsel zu einer nachhaltig und ethisch wirtschaftenden Bank oder Investitionen in nachhaltige Fonds entziehen umweltschädlichen Industrien das Kapital.
- Die eigene Energiewende: Der Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter oder die Nutzung von Solarstrom vom eigenen Balkon oder Dach drängt fossile Energieträger Schritt für Schritt vom Markt.
Fazit: Werde vom Käufer zum Gestalter
Informiere dich weiter, tausche dich mit deiner Familie oder deinen Kollegen aus und sei ein Vorbild. Indem wir unser Konsumverhalten gezielt verändern, verändern wir die Wirtschaft. Jeder Kassenzettel ist ein Stimmzettel und ein Beitrag zur Sustainable Economy!
Mein Tipp für den nächsten Schritt
Du möchtest genauer wissen, welche Kriterien ein Unternehmen erfüllen muss, um wirklich als nachhaltig zu gelten, oder wie ethisches Investieren im Detail funktioniert?
In meinem Buch „Nachhaltig leben – 77 praktische Tipps für deinen Alltag“ (ISBN 978-3-662-70530-8) findest du im Themenbereich „Wirtschaft mit Verantwortung“ vertiefende Informationen, einen Wegweiser durch den Siegel-Dschungel und konkrete Leitfäden für ein nachhaltiges Finanzkonzept.
Nachhaltig leben im Alltag
Wenn du mehr zum Thema wissen willst, schau dich doch auf meiner Website um, oder lies einen der nachfolgend aufgeführten Beiträge.


Michael Wühle




