Nachhaltigkeitsrisiken

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das Bild zeigt eine grüne Weltkugel in einer geöffneten Hand und symbolisiert so das System Nachhaltigkeit

In diesem außerordentlichen Corona-Jahr ist das Thema Nachhaltigkeit bei vielen Unternehmen wieder aus dem Fokus gerückt, da ‘wichtigere‘ Themen wie Kurzarbeit, Regelung von Home-Office, usw. anstanden. Dabei wäre gerade jetzt die richtige Zeit für Unternehmen, sich mit dem Thema Risikomanagement im Kontext der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.

Ich behaupte nicht, dass die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf jedes Unternehmen hätte vermeiden oder verhindern können. Dieses Ausmaß an einschneidenden Veränderungen im Privat- und Berufsleben – und das weltweit – konnte niemand vorhersehen.

Richtlinien und Standards

Dennoch, seit einigen Jahren wird versucht, das Thema Risikomanagement für Unternehmen und Organisationen stärker ins Blickfeld zu rücken. Das geschah meiner Meinung nach zwar hauptsächlich um Risiken, die aus dem globalen Klimawandel resultieren zu erkennen und nach Möglichkeit zu minimieren, bezog aber auch andere Bereiche mit ein. Schauen wir uns nur die sogenannte ‘CSR-Richtline‘ in Deutschland an und die dazugehörige nichtfinanzielle Berichterstattung, die ja eine Umsetzung einer EU-Richtlinie in nationales Recht darstellt. Hier geht es schwerpunktmäßig auch um Risiken für Unternehmen aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Gleiches gilt für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den GRI-Standards – dem Quasistandard für jeden Nachhaltigkeitsbericht. Auch hier stehen die Risiken für die betrachtete Organisation und deren Auswirkungen auf die jeweiligen Anspruchsgruppen im Vordergrund.

Jetzt, zu Ende dieses verflixten Jahres 2020, wird mir die Bedeutung von Risikomanagement im Kontext der Nachhaltigkeit wieder stärker bewusst. In vielen Branchen, z.B. in der Luftfahrt, steht nun ein kompletter Neustart nach Corona an (und das natürlich auch nur dann, wenn sich die nun fertig entwickelten Impfstoffe als nachhaltig wirksam erweisen). Dieser Neustart muss nachhaltig sein, sonst trifft uns die nächste Katastrophe wieder völlig unvorbereitet.

BaFin-Merkblatt

Einen guten Einstieg bietet hier das ‘Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken‘, das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Die BaFin sieht ihr Merkblatt als Kompendium unverbindlicher Verfahrensweisen (Good-Practice-Ansätze), das unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips von den beaufsichtigten Unternehmen im Bereich von Nachhaltigkeitsrisiken zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und ein angemessenes Risikomanagementsystem angewendet werden kann.

Egal, nach welchem System oder nach welcher Methodik, dem Thema Risikomanagement aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit sollte jedes Unternehmen und jede Organisation künftig große Beachtung schenken. Dann können wir mit künftigen Herausforderungen auch global besser umgehen.

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